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ISBN: 978-3-85371-536-9. Kategorie: Politik und Ökonomie.Riegler, Thomas: Der Wiener Spionagezirkel.
Kim Philby, österreichische Emigranten und der sowjetische Geheimdienst
Promedia 2024. 232 S. 14,8 x 21.
Print: € 25,00. ISBN: 978-3-85371-536-9.
E-Book: € 19,99. ISBN: 978-3-85371-922-0.
Österreichische EmigrantInnen spielten in den 1930er- und 1940er-Jahren Hauptrollen im internationalen Spionagegeschehen. Der Historiker Thomas Riegler begibt sich auf die Spuren von AgentInnen wie Engelbert Broda, Arnold Deutsch, Alice („Litzi“) Friedmann, Edith Tudor-Hart (geborene Suschitzy) und Peter Smolka, die dem sowjetischen Geheimdienst und der Kommunistischen Internationale (Komintern) wichtige Unterstützung gaben. Dieser „Wiener Spionagezirkel“ leistete Vorarbeit für einen der größten Spionageskandale im Kalten Krieg. Der in Wien um die Jahrhundertwende geborene Arnold Deutsch gilt bis heute als fleißigster Agentenführer aller Zeiten. Unter dem Decknamen „Otto“ rekrutierte er in London zwischen 1934 und 1937 insgesamt 20 Mitstreiter.
Zur Berühmtheit gelangte einer seiner „Fänge“, der Brite Kim Philby. Während eines Wien-Aufenthalts 1933/34 begeisterte sich Philby erstmals für die kommunistische Sache. Ausschlaggebend war seine Liebesbeziehung mit der Aktivistin „Litzi“ Friedmann und die Tatsache, dass sie gemeinsam die Februarkämpfe 1934 durchlebten. Später infiltrierte er den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 und wurde erst 1963 endgültig enttarnt. Auch Engelbert Broda, der Bruder des langjährigen österreichischen Justizministers, spionierte im britischen Exil als bedeutender Physiker für die Sowjetunion. Peter Smolka lieferte dem Autor Graham Greene wichtige Anstöße für den „Dritten Mann“.
Das Buch schließt eine Lücke in der zeithistorischen Betrachtung und präsentiert neue Erkenntnisse aus österreichischen, britischen und deutschen Archiven.
Der Autor
Thomas Riegler, Jahrgang 1977, studierte Geschichte und Politikwissenschaften an den Universitäten Wien und Edinburgh. Seit 2016 Affiliate Researcher am Austrian Center for Intelligence, Propaganda and Security Studies (ACIPSS). Zu seinen Veröffentlichungen zählt unter anderem: „Österreichs geheime Dienste. Eine neue Geschichte“ (Wien 2022).
25,00 € / 19,99 €
Riegler, Thomas: Der Wiener Spionagezirkel.
Kim Philby, österreichische Emigranten und der sowjetische Geheimdienst
Promedia 2024. 232 S. 14,8 x 21.
In seinem Buch über Spionage in Wien hat Riegler Fälle gesammelt, die zeigen, was sich hinter den Kulissen abspielte. Bei einem Sprengstoffanschlag auf die Kathedrale Sweta Nedelja in Sofia am 17. April 1925 kamen mehr als 200 Menschen ums Leben. Die Spuren der Attentäter führten nach Wien, der Streit zwischen den Fraktionen der bulgarisch-mazedonischen Politik fand eine Fortsetzung in einer Schießerei in Wien im Dezember 1926.
ORF, 06.05.2025
Philbys Karriere war ganz wesentlich von dessen Erfahrungen in Wien und durch Meisterspione aus Österreich geprägt, wie der österreichische Historiker und Geheimdienstexperte Thomas Riegler in seinem neuen Buch „Der Wiener Spionagezirkel“ rekonstruiert, das auch mit einigen neuen Funden in britischen, deutschen und heimischen Archiven aufwartet.
Klaus Taschwer, Der Standard, 11.12.2024
Ein Buch, das eine zeitgeschichtliche Lücke schließt und sich wie in einem Atemzug durchliest, endet mit dem Kapitel „Sowjetisch-russische Spionage in Österreich von 1945 bis heute“. Hat sich etwas geändert seit den 1930er Jahren? Ja, so Riegler. Schon im Verlauf des Kalten Krieges habe sich nicht Ideologie, sondern „Ego, Geld und Zwang“ als Motivkette gezeigt. Doch sei es wahrscheinlich, „dass in dem gegenwärtigen neuen ideologischen Zeitalter mit scharfer Polarisierung und geopolitischen Konflikten wieder vermehrt aus weltanschaulichen Gründen spioniert werden wird“.
Günther Haller, Die Presse, 07.12.2024
Thomas Riegler, Historiker und Affiliate Researcher am Austrian Center for Intelligence, Propaganda and Security Studies (ACIPSS) in Graz, beschäftigt sich unter anderem mit den Themen Terrorismus, Nachrichtendienste und Spionage. (…) In seinem jüngsten Sachbuch beschreibt er den „Wiener Spionage-Zirkel“ der 1930er- und 1940er-Jahre. In Porträts beleuchtet er die genannten Aktivisten des „Wiener Spionage-Zirkels“, zu denen auch der Chemiker und „Atomspion“ Engelbert Broda gehörte, ein Bruder des langjährigen österreichischen Justizministers Christian Broda.
Öffentliche Sicherheit, November 2024
Im Zentrum des Buches stehen zahlreich österreichische Kommunisten, die in die Emigration, vorwiegend nach England, gezwungen wurden und aus ideologischer Überzeugung, nicht aus Oportunismus, für die Sowjetunion spioniert haben. Engelbert Broda, Bruder des späteren SPÖ-Justizministers und bekannter Physiker, agierte in den Vierziger- und Fünfzigerjahren als Hauptinformationsquelle der Sowjets über das amerikanische und britische geheime Atomwaffenprogramm.
Michael Jungwirth, Kleine Zeitung, 04.11.2024
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