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ISBN: 978-3-85371-503-1. Kategorie: Politik und Ökonomie.Reinisch, Dieter: Terror.
Eine Geschichte der politischen Gewalt
Promedia 2022. 192 S. 14,8 x 21. brosch.
Print: € 22,00. ISBN: 978-3-85371-503-1.
E-Book: € 16,99. ISBN: 978-3-85371-899-5.
Autor Dieter Reinisch hat im Gespräch mit Stefan Kraft vom Promedia Verlag und dem Islamwissenschaftler Rüdiger Lohlker sein Buch präsentiert.
Am 11. September 2001 brachten zwei Flugzeuge das World Trade Center in New York zum Einsturz. Kurz darauf rief Präsident George W. Bush den „Krieg gegen den Terror“ aus, der über 20 Jahre später noch immer andauert – mit extralegalen Tötungen, Folter und geheimen Gefängnissen auf der einen Seite und Terroranschlägen überall in der Welt auf der anderen Seite.
In diesem Buch erzählt der Historiker Dieter Reinisch die lange Geschichte des Terrorismus. Er definiert ihn als die Verwendung von heterogener Gewalt durch staatliche und nicht-staatliche Akteure zur Kommunikation von politischen Zielen an eine Mehrheitsbevölkerung – und um den Gegner zu Handlungen zu provozieren.
Die Frühgeschichte des Terrorismus setzt Reinisch mit der Errichtung von Stadtstaaten im Mittleren Osten an. In der Moderne erlangte der Terror in der Französischen Revolution Bedeutung, zur Bekämpfung der rechten wie linken Opposition. Ab der Erfindung des Dynamits im 19. Jahrhundert trat er in Wellen auf: Es folgten Bombenanschläge, Schussattentate, Autobomben, Messerattacken und Flugzeugentführungen. Das Repertoire der Terroristen ist breit gefächert und ihre Strömungen sind sehr unterschiedlich: Nationalisten, Revolutionäre, Suffragetten, AnarchistInnen, KommunistInnen, ZionistInnen, Dschihadisten, Faschisten und evangelikale Fundamentalisten. Reinisch zeigt aber auch, dass der Großteil des Terrors in der Geschichte der Menschheit von Staaten ausging und ausgeht.
Besonderes Augenmerk legt der Autor auf die Entwicklung des modernen Terrorismus in vier Wellen seit den 1860er-Jahren: anarchistischer Terror, antikolonialer Terror, linksnationalistischer Terror und religiöser Terror. Und er schildert die Wurzeln und Entwicklungen einer neuen Form des Terrorismus: der Etablierung semistaatlicher Strukturen dschihadistischer Gruppen in der Sahelzone und dem Horn von Afrika, dem Nahen Osten und Zentralasien. In einem abschließenden Kapitel hinterfragt Reinisch die „Terrorhysterie“, so eine Bezeichnung des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama, die die stetige Unterminierung demokratischer Rechte und den Ausbau des Überwachungsstaats ermöglicht.
Das Buch gibt einen Einblick in die lange Geschichte von Terrorismus, der helfen soll, das Phänomen abseits von medialem Hype zu verstehen.
Der Autor
Dieter Reinisch, geboren 1986, ist Historiker und forscht zu sozialen Bewegungen und politischer Gewalt am Institut für Politikwissenschaft und Soziologie an der National University of Ireland in Galway und lehrt Geschichte und internationale Beziehungen an der Webster Vienna Private University. Im Promedia Verlag erschienen von ihm: „Die Frauen der IRA: Cumann na mBan und der Nordirlandkonflikt 1968-1986“ (2017) und „Der Urkommunismus: Auf den Spuren der egalitären Gesellschaft“ (2012).
22,00 € / 16,99 €
Reinisch, Dieter: Terror.
Eine Geschichte der politischen Gewalt
Promedia 2022. 192 S. 14,8 x 21. brosch.
Mit der französischen Revolution beginne der moderne Terrorismus, der genützt werde um den jeweiligen Gegner auf der anderen Seite des politischen Spektrums zu bekämpfen, schreibt der Autor. (…) Dieses Buch liefert für die Diskussionen dazu jedenfalls eine kompakte und spannend zu lesende Grundlage.
Winfried Radl, APA-Presseagentur, 07.04.2023
Das Buch belegt die Unschärfe des Terrorismusbegriffs und die Schwierigkeiten einer Abgrenzung zu bewaffnet ausgetragenen Auseinandersetzungen sowie zu ganz ordinären Kriegsverbrechen. Lesenswert sind bei Reinisch insbesondere die Abschnitte über die gewaltsam durchgesetze Sezession Irlands und zum nachfolgenden Bürgerkrieg. Auch das Kapitel über den modernen dschihadistischen Terrorismus liefert zahlreiche, nur wenig bekannte Einzelheiten.
Gerd Bedszent, Junge Welt, 27.02.2023
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