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ISBN: 978-3-85371-526-0. Kategorie: Politik und Ökonomie.Ritz, Hauke: Vom Niedergang des Westens zur Neuerfindung Europas
Promedia 2024. 272 S. 14,8 x 21. brosch.
Print: € 23,00. ISBN: 978-3-85371-526-0.
E-Book: € 17,99. ISBN: 978-3-85371-914-5.
Die Welt steht vor einem dramatischen Umbruch. Der Westen hat seine Strahlkraft verloren, die globale Vorherrschaft der USA zerfällt und eine neue multipolare Welt nimmt zügig Gestalt an. Im Interesse seiner eigenen Zukunft muss Europa auf diese Entwicklung reagieren.
Europa kann aber nur entsprechend handeln, wenn es weiß, wie es in die derzeitige Lage gelangt ist. Dazu muss sich die Politik mit den tieferen Ursachen des Ukrainekrieges beschäftigen. Schließlich handelt es sich um den größten europäischen Waffengang seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Ein Krieg, der zudem das Potenzial hat, Europa erneut zu teilen und für Jahrzehnte sowohl von sibirischen Rohstoffen als auch vom chinesischen Markt abzuschneiden. Nach 1945 gelang zunächst eine Einigung Westeuropas, um den Krieg zu überwinden und Wohlstand zu erlangen. Doch heute führt dieser Westen erneut Krieg und verspielt seinen Wohlstand.
Hauke Ritz fragt, welche Rolle der Nord-Süd-Konflikt im großen Umbruchszenario spielt und wieso die Friedenschance von 1989 so leichtfertig verspielt worden ist. Oft wird geographisch argumentiert. Russland sei aufgrund seiner Stellung inmitten der eurasischen Landmasse der natürliche Feind der Seemacht USA. Doch zu den geographischen Faktoren treten insbesondere kulturelle hinzu.
Die notwendige Neuerfindung Europas, davon ist Hauke Ritz überzeugt, setzt im Kulturellen an, um letztlich auch eine politische und ökonomische Souveränität erlangen zu können.
Der Autor
Hauke Ritz, geboren 1975 in Kiel, studierte allgemeine und vergleichende Literatur- sowie Religions- und Kulturwissenschaften an der FU und HU Berlin. Er unterrichtete unter anderem an der Universität Gießen und der Lomonossow-Universität Moskau. Gemeinsam mit Ulrike Guérot veröffentlichte er 2022 das Buch „Endspiel Europa“. Mit ihr zusammen leitet er auch das „European Democracy Lab“.
23,00 € / 17,99 €
Ritz, Hauke: Vom Niedergang des Westens zur Neuerfindung Europas
Promedia 2024. 272 S. 14,8 x 21. brosch.
Der Geschichtsphilosoph Hauke Ritz hat sich mit seinem Buch: „Vom Niedergang des Westens zur Neuerfindung Europas“ nun daran gemacht zu analysieren und nachzuweisen, dass es hier nicht nur um machiavellistische Machtintrigen und geopolitische Projektionen geht, sondern die westliche Kriegspolitik gegenüber Russland einen ideologischen und geistesgeschichtlichen Unterbau hat. Die Ausgangsfrage formuliert er bewusst als „Kinderfrage“: „Warum hasst der Westen Russland so sehr?“ Die Frage müsste eigentlich an Universitäten behandelt werden, wo die Geschichte von Feindbildern erforscht wird. Da sich auch Universitäten an Sprachregelungen halten, wurde sie so einfach zuerst in sozialen Medien gestellt. Es gelte, „die Tür zu den tiefsten Geheimnissen unserer gegenwärtigen Epoche“ zu öffnen.
https://das-blaettchen.de/2025/10/hintergruendiges-zum-ukrainekrieg-72895.html
Erhard Crome, Das Blättchen, 06.10.2025
Was ist der Westen? Gibt es ihn überhaupt, oder ist er blosses „Ergebnis von zufälligen Machtkoalitionen und Kriegsausgängen“? In diesem von den USA bestimmten Gebilde, das sich Westen nennt und so unterschiedliche Länder wie Deutschland, Südkorea und Amerika unter sich fasst, hat Europa zunehmend den Bezug zu sich selbst verloren. Wie sich seine Entstehung vor allem seit dem Zweiten Weltkrieg abgespielt hat, wird in diesem Buch ausführlich und spannend dargestellt. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Dominanzstreben der USA, insbesondere in der Zeit seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion.
alexander Wiechec, zeitschrift-gegenwart.ch, September 2025
Der sogenannte Westen verliert unter der Führung der USA seine globale Bedeutung. Dieser Prozess hat vor knapp hundert Jahren begonnen, wie Hauke Ritz in seinem neuen Buch ausführt. Er zeichnet den Niedergang nach – mit philosophischem Tiefgang und originellen Deutungen. (…) Ein kluges, ein lesenswertes Buch.
Eugen Zentner, transition-news.org, 21.08.2025
Er schließt es mit Überlegungen, wie Europa die »postmoderne Fehlinterpretation seiner eigenen Kultur (…) abschütteln« könnte. Er bleibt in der Logik seiner Darstellung und schlägt eine Orientierung auf die BRICS-Staaten vor, sein Europa ist postatlantisch. Was bei ihm vollkommen fehlt, ist allerdings ein historisches Subjekt, das Motor einer solchen Umorientierung sein könnte. Das hat einen Grund. Ritz erwähnt Ökonomie, Gesellschaft und Klassen (nebst dem vorübergehenden Sieg der Oligarchie im Klassenkampf) zwar immer mal wieder. Aber dieser Strang bleibt gegenüber der Kultur vollkommen blass. Das ist ein Manko, das aber nicht grundsätzlich die Leistung des Autors schmälert. Er liefert viel Diskussionsmaterial, das produktiv nutzbar wäre.
https://www.jungewelt.de/artikel/493663.ideologiekritik-der-diskreditierte-fortschritt.html
Helge Buttkereit, Junge Welt, 10.02.2025
Hauke Ritz kommt mit seinen Überlegungen in diesem Buch zur rechten Zeit. Eine neue Zeit der Multipolarität, in welcher dem Westen droht, mit Amerikas Anspruch auf globale geostrategische Hegemonie, an den sich postkolonial emanzipierenden neuen Mächten des kontinentalen Europas, Asiens, ja, des „Süden“ zu scheitern. Resümierend: Hauke Ritz wartet auf 264 Seiten unkonventionell mit auch philosophisch anspruchsvollen, friedenspolitisch hoch brisanten Fragestellungen sowie Erkenntnissen auf.
Bemerkenswert auch sein Bezug auf Kultur und deren Identität prägende Wirkkräfte in und auf internationale Prozesse.
Arne Seifert, WeltTrends, Dezember 2024
Hauke Ritz denkt in langen Linien und ist trotzdem am Puls der Gegenwart. Warum hasst der Westen Russland so sehr: Kleiner geht es im ersten Satz nicht. Ritz nimmt sich vor, das „Wesen dieser Gegnerschaft“ zu verstehen (S. 10) und dabei nicht einfach nur das nachzubeten, was selbst das Publikum der Tagesschau kennen dürfte.
https://www.freie-medienakademie.de/medien-plus/die-macht-der-ideen
Michael Meyen, freie-medienakademie.de, 13.11.2024
Jenseits gegenseitiger Schuldzuweisungen des Westens und Russlands vor dem Hintergrund des russischen Einmarsches in der Ukraine versucht der Autor die geopolitischen, geoökonomischen und sozio-kulturellen Hintergründe und Zerwürfnisse aufzuzeigen. Konkret geht es dem Autor um das „Wesen dieser Gegnerschaft“. Es ist gewissermaßen ein Versuch, zu erklären, „wie das Fundament des heutigen Westens mit der Frontstellung gegenüber Russland verflochten ist. (…) Der Autor sieht in der reichhaltigen Kunst- und Kulturgeschichte des Alten Kontinents die „Keimzelle“ dieser „Neuerfindung“ bzw. „Wiederbelebung“ Europas, um schließlich auch eine politische und wirtschaftliche Souveränität wiederherstellen zu können.
https://www.wolfgang-taus.com/de/artikel/europa-inmitten-massiver-geopolitischer-veraenderungen
Wolfgang Taus, wolfgang-taus.com, 16.10.2024
In den Krisensituationen, wie sie sich als ökonomische, klimatische und zivilisatorische Ereignisse darstellen und sich als Kriege ereignen, ist es bedeutsam, nach Friedens- und Gerechtigkeitschancen Ausschau zu halten. Hauke Ritz geht diese Fragen politisch und historisch an, mit der „Kinderfrage“: „Warum hasst der Westen Russland so sehr?“. Er nimmt dabei nicht den allzu einfachen Weg eines „Russland“- oder gar „Putin“-Verstehers, sondern analysiert die historischen, kulturellen und zivilisatorischen Entwicklungen.
https://www.socialnet.de/rezensionen/31909.php
Jos Schnurer, socialnet.de, 08.10.2024
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