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ISBN: 978-3-85371-255-9 Kategorie: Wissenschaft.Fragner, Bert / Kappeler, Andreas (Hg.): Zentralasien.
13. bis 20. Jahrhundert. Geschichte und Gesellschaft
Promedia 2006. 224 S. 24 x 18. brosch.
€ 27,00. ISBN: 978-3-85371-255-9
Die Revolution im Iran, die Kriege in Afghanistan, der Kollaps der Sowjetunion und die Entstehung fünf neuer Staaten sowie die damit verbundenen strategischen und ökonomischen Interessen der USA, Russlands und anderer Mächte haben Zentralasien in den letzten Jahrzehnten in den Blickpunkt des politischen Interesses gerückt. Gleichzeitig verbinden sich mit dem historischen Zentralasien Assoziationen über die Seidenstraße, blühende islamische Zentren wie Buchara und Samarkand und blutige Eroberer wie Dschingis Chan und Timur Lenk. Das 19. Jahrhundert war geprägt vom legendär gewordenen "Großen Spiel", dem Ringen Russlands um Landzugänge zum Indischen Ozean und Englands Bemühen, eben dies zu verhindern.
Der vorliegende Band will Informationen über den historischen Raum Zentralasien vermitteln, die zur Orientierung einer breiteren Öffentlichkeit in Geschichte und Gegenwart beitragen sollen. Dies erscheint auch deswegen als erwünscht, als es in deutscher Sprache nur wenige Überblicksdarstellungen gibt.
Die Herausgeber haben einen multiperspektivischen Zugang zum Thema gewählt. Zunächst muss der Begriff Zentralasien in Geschichte und Gegenwart diskutiert und abgegrenzt werden. In vormoderner Zeit hatte Zentralasien mehrfach zentrale weltgeschichtliche Positionen inne: so erfolgte die kulturelle und wirtschaftliche Vermittlung zwischen Vorder, Süd- und Ostasien über diesen Landstrich; von hier nahmen mehrere Völkerwanderungen ihren Ausgang; und das größte zusammenhängende Territorialreich, das jemals in der Geschichte existierte - das Reich der Mongolen unter den Nachfahren Dschingis Chans - wurde von Zentralasien aus regiert. Erst seit dem 18. Jahrhundert ist diese weitläufige Landschaft zwischen dem Kaspischen Meer, Tibet, China und der Mongolei allmählich in den Schatten der Weltgeschichte geraten, aus dem es jetzt wieder herauszutreten scheint.
Als Autoren wurden Orientalisten (Turkologie, Iranistik), Ethnologen, Sprachwissenschaftler, Historiker und Politikwissenschaftler gewonnen, die Zentralasien jeweils aus dem Blickwinkel ihrer Disziplin darstellen. Diese Vielfalt vermittelt unterschiedliche inhaltliche und methodische Zugänge, womit ein facettenreiches Bild Zentralasiens garantiert werden kann.
Die Herausgeber
Bert Fragner, Jahrgang 1941, ist Direktor des Instituts für Iranistik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Nach dem Studium der orientalistischen Fächer Islamwissenschaft, Turkologie, Arabistik und Iranistik sowie Völkerkunde und Slawistik verbrachte er zahlreiche Forschungsaufenthalte in der Region.
Andreas Kappeler, Jahrgang 1943, ist Professor am Institut für Osteuropäische Geschichte an der Universität Wien. Seine wissenschaftliche Laufbahn startete er nach dem Studium der Geschichte und der Slawischen Philologie an der Universität Zürich, verbrachte einige Jahre in Köln und ist seit 1997 in Wien tätig.
27,00 €
Fragner, Bert / Kappeler, Andreas (Hg.): Zentralasien.
13. bis 20. Jahrhundert. Geschichte und Gesellschaft
Promedia 2006. 224 S. 24 x 18. brosch.
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