Product Information
ISBN: 978-3-85371-461-4 Kategorie: Österreich.Maetz, Max: Bauernroman.
Weilling Land und Leute
Promedia 2019. 160 S. 14,8 x 21. Klappenbr.
€ 22,00. ISBN: 978-3-85371-461-4
Anfang der 1970er-Jahre betrat ein Jungbauer aus Oberösterreich die literarische Szene im deutschsprachigen Raum. Ohne Punkt und Beistrich und mit experimenteller Verve schilderte Max Maetz in seinem „Bauernroman. Weilling Land und Leute“ die intimen Details des Landlebens, „in jenem Idiom, das er sich für die falsche Biederkeit seiner Prosa zurechtgelegt hat“, wie es im Klappentext des Buches hieß.
Doch Max Maetz war ein Pseudonym. Dahinter verbarg sich der Linzer Schriftsteller Karl Wiesinger (1923–1991), der mit der Erfindung eines schriftstellernden Bauern den Literaturbetrieb narrte. Er erhielt für seine „unverstellte Schilderung des Landlebens“ sogar einen Literaturpreis und kündigte einen Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse an, zu dem Max Maetz allerdings nicht erschien. Für seine linken politischen Romane, die Österreichs Geschichte im 20. Jahrhundert zumeist aus der Sicht der widerständigen, kommunistischen Arbeiterschaft beleuchteten, hatte Wiesinger zuvor keinen Verlag in der BRD oder Österreich gefunden. Doch nach der Aufdeckung seines Pseudonyms Max Maetz rückte er mit einem Mal vom Schatten ins Licht des Betriebs und erhielt in der Folge die anerkennende Aufmerksamkeit von bekannteren Kollegen wie Ernst Jandl, Peter Turrini oder Michael Scharang.
Der „Bauernroman“ des Max Maetz ist mehr als ein kurzzeitiger literarischer Aktionismus, sondern eine gelungene Komposition aus Satire und Sozialkritik des (ober)österreichischen Landlebens. Geschrieben in einem unsentimentalen Duktus, stellt der Text alle gängigen Stereotype in Frage. Denn die Stationen des Werdegangs der Hauptfigur offenbaren einen anderen Blick auf die vermeintliche Idylle, in deren Gefüge der eigene persönliche Vorteil die einzige Maßregel zu sein scheint.
Der Autor
Karl Wiesinger (Max Maetz), geboren 1923 in Linz, sympathisierte schon früh mit der kommunistischen Bewegung in Österreich. Im Krieg beging er Sabotageakte an der finnischen Front und war im illegalen kommunistischen Widerstand aktiv. Nach 1945 trat er der KPÖ bei und wurde zu einer wichtigen Außenseiter-Figur der Linzer Kulturszene. In der Folge schuf er ein umfangreiches Œuvre aus Theaterstücken, Hörspielen, Romanen und Tagebüchern. Die meisten seiner Texte verarbeiten zeitgeschichtliche bzw. politische Inhalte. Bei Promedia erschienen seine beiden Romane über den Bürgerkrieg 1934 („Standrecht“) und den „Anschluss“ Österreichs an Nazideutschland („Achtunddreißig“) sowie sein Werk über den „Oktoberstreik“ 1950 („Der rosarote Straßenterror“). Karl Wiesinger starb 1991 in Linz.
22,00 €
Maetz, Max: Bauernroman.
Weilling Land und Leute
Promedia 2019. 160 S. 14,8 x 21. Klappenbr.
Durch das gesamte Buch zieht sich aber auch Kritik an den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen am Land. Vater streck dich, Tischlein deck dich – der böse Spruch wiegt am Land oft noch schwerer als in der Stadt. Wer ein gutes Erbe antritt, kann sichtbar Reichtum und Wohlstand zeigen, hat eine Chance auf eine gute Partie und damit auf noch mehr Geld.Den meisten Speck frisst der Bauer mit dem größten Grund, das oberste Prinzip heißt Egoismus und ganz unten auf der Sprossenleiter steht der Knecht, oftmals der tschusch, der sogar beim Unfall-Schauen außen vor bleibt.
https://neuezeit.at/bauernroman-wiesinger-max-maetz/
Gerals Demmel, Neue Zeit, 03.09.2021
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