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ISBN: 978-3-85371-533-8. Kategorie: Politik und Ökonomie.Hofbauer, Hannes: Im Wirtschaftskrieg.
Die Sanktionspolitik des Westens und ihre Folgen. Das Beispiel Russland
Promedia 2024. 256 S. 14,8 x 21.
Print: € 22,00. ISBN: 978-3-85371-533-8.
E-Book: € 17,99. ISBN: 978-3-85371-919-0.
Die Instrumente eines Wirtschaftskrieges sind zahlreich. Sie reichen von Sanktionen gegen Personen, Unternehmen und ganze Branchen über Embargos, Blockaden und Boykottmaßnahmen bis zu physischen Angriffen auf Infrastruktureinrichtungen. Washington und Brüssel haben im März 2014 damit begonnen, russische Bürger und Firmen auf schwarze Listen zu setzen. Was anfangs als Bestrafung für die Abspaltung der Krim von der Ukraine gedacht war, wurde später mit der Durchsetzung westlicher Werte argumentiert. Seit Februar 2022 befindet sich der Westen im großen Wirtschaftskrieg mit Russland.
Allerdings stand auch die Sowjetunion bereits ab 1948 (bis Mitte der 1990er-Jahre) unter einem scharfen westlichen Embargo-Regime; damals ging es darum, den Kommunismus einzudämmen.
Ein Blick in die Geschichte westlicher Sanktionspolitik zeigt, wie konstant dieses Instrument zur Durchsetzung geo- und wirtschaftspolitischer Interessen im Einsatz ist. Nach Großbritannien übernahmen die USA diesbezüglich die Führungsrolle, wobei ihnen die EU um nichts nachsteht.
Neben dem Kampf gegen Russland werden im vorliegenden Buch des Wiener Historikers Hannes Hofbauer auch die westlichen Sanktionsregime gegen Kuba, Nordkorea, Jugoslawien, den Irak und Iran behandelt.
Der Wirtschaftskrieg gegen Moskau hat eine bis dahin nicht gekannte Dimension erreicht. Einfrieren, Beschlagnahmen und Diebstahl russischen Eigentums sind zu einer gängigen Praxis geworden. Moskau reagiert entsprechend. In der Welt außerhalb der transatlantischen Blase kann man einen Vertrauensverlust in die von Washington und Brüssel dominierten Institutionen beobachten. Eine Entwestlichung des eurasischen Raumes und des Globalen Südens ist die Folge.
Der Autor
Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, studierte Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Publizist und Verleger. Von ihm sind zum Thema erschienen: „Feindbild Russland. Geschichte einer Dämonisierung“ (2016) und „Zensur. Publikationsverbote im Spiegel der Geschichte“ (2022).
22,00 € / 17,99 €
Hofbauer, Hannes: Im Wirtschaftskrieg.
Die Sanktionspolitik des Westens und ihre Folgen. Das Beispiel Russland
Promedia 2024. 256 S. 14,8 x 21.
Mit seinem Buch bietet Hannes Hofbauer eine umfangreiche Übersicht über Ausmaß, ideologische Begleitmusik und auch über Grenzen der Flut antirussischer Sanktionen. An die Stelle der medial beherrschenden Diskurse über Putins Bosheit und Russlands Ruin setzt er die Darstellung von Fakten und Interessen. Konkrete Belegen über ökonomische Zwangsmaßnahmen in Geschichte und Gegenwart machen die Argumentation auch für Laien nachvollziehbar. Zudem sind seine Ausführungen unterhaltsam zu lesen, wenngleich Leserinnen und Leser eine gehörige Portion Zynismus mitbringen sollten, damit ihnen angesichts der Vielzahl von Beispielen stellenweise an Wahn grenzender Russophobie nicht das Lachen im Halse steckenbleibt.
Holger Wendt, Marxist. Blätter 2/2025, März 2025
Fast täglich finden sich zu den Russland-Sanktionen in der westlichen Presse neue Meldungen. Zu lesen ist, welche neue Sanktionen verabschiedet oder geplant werden, seltener, welche Auswirkungen sie auf Russland haben und noch seltener, welche Rückkopplungseffekte auf die eigene Wirtschaft es gibt. Ein geschichtlicher Hintergrund, der die tatsächlich beispiellosen westlichen Sanktionen, die seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 verhängt wurden, in die Geschichte der russisch-westlichen Beziehungen und die Sanktionspolitik des Westens gegenüber dem Rest der Welt einordnet, fehlt meistens ebenso. Diese Lücke wird durch das kürzlich erschienene Buch des Wiener Historikers und Journalisten Hannes Hofbauer „Im Wirtschaftskrieg. Die Sanktionspolitik des Westens und ihre Folgen. Das Beispiel Russland hervorragend gefüllt.
https://makroskop.eu/09-2025/die-russland-sanktionen-als-teil-der-weltgeschichte/
Vasily Astrov, MAKROSKOP, 05.03.2025
Hannes Hofbauer schreibt zuletzt auch Österreich ins Stammbuch: „Sanktionen untergraben die Neutralität.“ Mein Fazit: ich werde Hofbauer-Bücher nachlesen – seine argumentatorische Stärke ist bestechend.
https://www.kurs-ost-west.com/buch-preyer/
Rudolf Preyer, kurs-ost-west, 17.02.2025
Hannes Hofbauer muss nicht groß herausstreichen, dass er sich auskennt im Osten Europas. Seine Bücher sprechen so für sich, dass ein paar zarte Hinweise genügen. Frühjahr 1990, kurz nach der Eröffnung von McDonalds am Puschkin-Platz in Moskau. Eine lange Schlange, erinnert sich Hofbauer. „Den Geschmack des Westens“ probieren (S. 214). Heute sind die 825 Standorte verkauft. Der neue Betreiber hatte vorher Erfolg in Sibirien und sagt jetzt auf Russisch: „Wkusno i totschka“. Lecker und Punkt.
https://www.freie-medienakademie.de/medien-plus/klartext-aus-wien
Michael Meyen, freie-medienakademie.de, 25.01.2025
Wirtschaftssanktionen ziehen sich durch die Gewaltgeschichte der Menschheit. Schon vor fast 2500 Jahren begannen Würgeversuche mit dem Handel, als Athen eine Wirtschaftsblockade gegen Sparta verhängte. Sie mündete in den 30jährigen Peloponnesischen Krieg um die Vorherrschaft im antiken Griechenland. Hofbauer erzählt davon, als wär’s ein Stück von heute. Auch, wie dieses Kriegsinstrument auf den Verursacher zurückschlagen kann. Zum Beispiel die Kontinentalsperre, die Frankreich vor gut 200 Jahren gegen England verhängte, damit der eigenen Wirtschaft enorm schadete und den Welthandel des englischen Konkurrenten belebte. (…) Wir sind im Wirtschaftskrieg. In diesem Krieg verlieren alle Seiten. Das Buch von Hannes Hofbauer zeigt das auf eindrucksvolle Weise.
https://www.sozonline.de/2025/01/eine-alte-zweischneidige-waffe/
Albrecht Kieser, SOZ. Sozialistische Zeitung, Jänner 2025
Dieses hochaktuelle Werk, veröffentlicht im Promedia Verlag, beleuchtet, wie Sanktionen als moderne Waffen in geopolitischen Auseinandersetzungen genutzt werden. Es ist mehr als eine Bestandsaufnahme: Es ist ein Weckruf, der die Leser dazu auffordert, die tiefen wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen kritisch zu hinterfragen. (…) Im Wirtschaftskrieg ist ein Buch, das man lesen muss, um die heutige Weltpolitik und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen besser zu verstehen.
https://mediennerd.de/im-wirtschaftskrieg/
Mediennerd.de, 26.11.2024
Insgesamt ein faktenreiches, teilweise alarmierendes und mit Verve und Verstand geschriebenes Buch, das nicht als Beitrag zum „Putin-Versteher“-Klischee unter den Tisch fallen darf.
Gabriele Matzner, International, November 2024
Hofbauers „Im Wirtschaftskrieg“ ist im Grunde ein Buch über die Geschichte von Sanktionsregimen, also von Blockaden, Boykotten, Embargos und anderen „wirtschaftskriegerischen“ Maßnahmen, wobei der Schwerpunkt klar auf den seit 2014 gegen Russland verhängten Sanktionen liegt. Die Gründe dafür sind offensichtlich. So ist Russland inzwischen das meistsanktionierte Land der Welt – noch vor dem Iran. 14 Sanktionspakete hat die EU seit 2022 gegen Russland erlassen. Berücksichtigt man noch die Entwicklung seit der Annexion der Krim im Jahr 2014, sind es sogar 21. Insgesamt 21,5 Milliarden Euro an russischen Vermögenswerten waren zuletzt eingefroren, 300 Milliarden Euro an Zentralbankgeldern blockiert.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=124661
Thomas Trares, Nachdenkseiten, 14.11.2024
Der Wiener Publizist und Verleger Hannes Hofbauer beschäftigt sich in seinem neuesten Buch mit den Folgen der völkerrechtswidrigen Sanktionen, die schon jahrzehntelang von den USA, Großbritannien und der EU gegen mißliebige Staaten und Personen verhängt wurden. Auch wenn die Schlußfolgerungen dem informierten Beobachter der politischen Lage geläufig sind: Sanktionen treffen immer die Ärmsten und Schwächsten. Und im gegenwärtigen Wirtschaftskrieg gegen Rußland sind es vor allem die Europäer und insbesondere Deutschland, die die Zeche zahlen, während die USA wirtschaftlich gewinnen und Rußland durch Verlagerung der Handelswege und Stärkung eigener Fähigkeiten gestärkt hervorgeht.
Klaus Fimmen, Neue Solidarität, 11.11.2024
Der Autor blickt auf die historischen Wurzeln zurück und thematisiert etwa den Sinn und Unsinn von Napoleons Kontinentalsperre. In der Gegenwart werden die Folgen von Handelssperren für Länder wie Kuba, Nordkorea, die alte Sowjetunion und den Iran ausführlich dargestellt. Der besondere Fokus liegt jedoch auf dem Handelskonflikt mit Russland seit 2014.
Tobias Herger, ekz-Bibliotheksdienst, 11.11.2024
Neben dem Kampf gegen Russland werden im neuen Buch des Wiener Historikers Hannes Hofbauer auch die westlichen Sanktionsregime gegen Kuba, Nordkorea, Jugoslawien, den Irak und Iran behandelt.
zeitpunkt.ch, 01.11.2024
Der Krieg ist eine barbarische Sache», konstatierte Woodrow Wilson 1919, «der Boykott allerdings ein unendlich viel schrecklicheres Kriegsinstrument.» Der Wiener Historiker und Osteuropa-Kenner Hannes Hofbauer zitiert den US-amerikanischen Präsidenten in seinem neuen Buch. Schonungslos zeigt er die Konsequenzen der Auseinandersetzung jenseits der Schlachtfelder auf, die ebenso roh und barbarisch ist wie die militärische, nicht immer effektiv und nicht ohne Folgen auch für jene, die meinen mit Sanktionen den Feind in die Knie zwingen zu können.
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1186010.wirtschaftskriege-am-langen-arm-verhungern-lassen.html
Stefan Bollinger, Neues Deutschland, 15.10.2024
Seit Februar 2022 führen Westeuropa und die USA erklärtermaßen einen Wirtschaftskrieg gegen Russland. Der Historiker Hannes Hofbauer hat sich vor diesem Hintergrund mit den allgemeinen Ursachen von Wirtschaftskriegen und daneben auch mit den Hintergründen des aktuellen Falls beschäftigt. Er zitiert ganz am Anfang seines Buches aus einer vom einstigen US-Präsidenten Woodrow Wilson gehaltenen Rede: »Der Krieg ist eine barbarische Sache, (…) der Boykott allerdings ein unendlich viel schrecklicheres Kriegsinstrument.« Wie Hofbauer allerdings findet, sei es letztlich nie gelungen, eine bewaffnete Auseinandersetzung durch Androhung wirtschaftlicher Sanktionen zu verhindern. Wirtschaftskriege sind daher nicht an die Stelle militärisch geführter Kriege getreten – sie ergänzen diese lediglich. Und sie kosten, wie Hofbauer in seinem Buch mit zahlreichen Beispielen belegt, ebenfalls Millionen Opfer – ganz überwiegend Zivilisten.
Gerd Bedszent, Junge Welt, 07.10.2024
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