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ISBN: 978-3-85371-544-4. Kategorie: Kultur und Gesellschaft.Pfabigan, Alfred: Jeder mordet, was er liebt.
Oscar Wilde und Alfred Douglas. Eine Liebesgeschichte in Zeiten des Verbotes
Promedia 2025. 248 S. 14,8 x 21. brosch.
Print: € 23,00. ISBN: 978-3-85371-544-4.
E-Book: € 18,99. ISBN: 978-3-85371-929-9.
Am 30. November 1900 starb Oscar Wilde 46-jährig in einem billigen Pariser Hotel – verarmt, geschwächt und moralisch heruntergekommen. Noch sechs Jahre zuvor hatte die Londoner Gesellschaft dem Salonlöwen gehuldigt – als brillantem Erzähler und Verfasser des skandalisierten Romans „Das Bildnis des Dorian Gray“. Doch 1895 verurteilte ihn ein Gericht wegen gleichgeschlechtlicher Unzucht zu zwei Jahren Kerker und Zwangsarbeit. Daran zerbrach Wilde.
Die Schuld am Untergang wird in der Literatur seinem Liebhaber Lord Alfred Douglas zugeschrieben. Quelle dieser Anschuldigung ist eine im Gefängnis verfasste Abrechnungsschrift mit dem Titel „De Profundis“, in der Wilde Douglas bezichtigt, ihn finanziell ruiniert und in einen Konflikt mit seinem Vater, dem Marquess Queensberry, hineingezogen zu haben. Das Buch gilt heute als eine der großen Bekenntnisschriften der Weltliteratur.
Alfred Pfabigan macht bisher unbekannte Details dieses berühmten literarischen Skandals sichtbar und verweist auf die sexualpolitische Bedeutung der Beziehung. Mit seinem glamourösen Auftreten durchbrach das Paar nicht nur die viktorianische Regel „Don’t ask, don’t talk“, sondern machte bewusst seine Neigungen sichtbar. Bemerkenswert ist auch die weitere Entwicklung von Douglas nach Wildes Tod: Er heiratete die Lyrikerin Olive Custance, deren Geschlechterrollen-Experimente eine Vorform von LGBTQ-Positionen darstellten.
Das Buch zeichnet ein buntes Panorama der viktorianischen Gesellschaft – unter den Protagonisten finden wir neben der literarischen Szenerie auch Strichjungen, Detektive und auf die Verfolgung oder Verteidigung Homosexueller spezialisierte Anwälte.
Der Autor
Alfred Pfabigan, geboren 1947 in Wien, unterrichtete Philosophie und Politikwissenschaft in Salzburg, Lancaster P.A. (USA) und Czernowitz. 1993–2013 Professor am Philosophischen Institut der Uni Wien. Danach Gründung der „Philosophischen Praxis Märzstraße“. Zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt: „Kaiser, Kleider, Kind. Essay“ (2019) und „Philosophie hilft“ (2021).
23,00 € / 18,99 €
Pfabigan, Alfred: Jeder mordet, was er liebt.
Oscar Wilde und Alfred Douglas. Eine Liebesgeschichte in Zeiten des Verbotes
Promedia 2025. 248 S. 14,8 x 21. brosch.
Oscar Wilde und Lord Alfred Douglas: Sie gelten als eines der größten schwulen Liebespaaar aller Zeiten. Aber stimmt das? (…) Damit hält sich der österreichsiche Philosoph Pfabigan nicht lang auf, sondern taucht in seinem gut recherchierten Buch ein in die Lebenswelt der beiden sowie in den historischen Kontext, in dem der Prozess um Wilde stattfindet. (…) Und was unter Wildes Bettdecke abging, wird ebenso beleuchtet. Schlau, sexy und unterhaltsam.
Der Dicke, Juli 2025
Er inszenierte sich als Gesamtkunstwerk, wurde für seine Erzählungen, Dramen und den Roman ‚Ein Bildnis des Dorian Gray‘ verehrt. 1895 wurden Oscar Wilde wegen ‚gleichgeschlechtlicher Unzucht‘ zu zwei Jahren Kerker und Zwangsarbeit verurteilt. (…) Schuld, heißt es oft, sei sein 17 Jahre jüngerer Liebhaber Alfred Douglas gewesen. Nicht so einfach, sagt Philosoph Alfred Pfabigan, der hier anhand neuer Details ein Sittenbild des puritanischen Englands zeichnet.
Kurier, 21.05.2025
Oscar Wilde, einst gefeierter Star der Londoner Gesellschaft, verstarb am 30. November 1900 im Alter von 46 Jahren in einem schäbigen Pariser Hotel. Verarmt und gesundheitlich angeschlagen endete das Leben des Schriftstellers, dessen Werk und Persönlichkeit noch wenige Jahre zuvor die viktorianische High Society fasziniert hatten. Mit seinem scharfsinnigen Erzähltalent und dem viel diskutierten Roman Das Bildnis des Dorian Gray hatte Wilde einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Doch ein Gerichtsurteil von 1895 wegen „grober Unzucht“ führte zu einer zweijährigen Haftstrafe mit Zwangsarbeit – und markierte den Beginn seines tragischen Falls. (…) Alfred Pfabigan beleuchtet in seinem Buch bislang wenig beachtete Facetten dieses Skandals und rückt die sexualpolitische Dimension in den Fokus. Wilde und Douglas durchbrachen mit ihrem auffälligen Auftreten die viktorianischen Tabus von Diskretion und Schweigen und machten ihre Beziehung sichtbar.
queer.de, 23.03.2025
Beeindruckend ist, wie in dem Buch mit breiter Quellenauswertung diese Liebesbeziehung rekonstruiert wird, mit all ihren Höhen und Tiefen, ihrer inhärenten Großherzigkeit und Grausamkeit, Missverständnissen und Interventionen einer feindseligen Umwelt. (…) Pfabigans Buch endet nicht mit der Verurteilung zu zwei Jahren Kerker und dem Sturz ins Bodenlose. Brilliant seine Analyse der im Gefängnis geschriebenen Abrechnung („De profundis“), einer der großen Bekenntnisschriften der Weltliteratur, und ausführlicher als sonst üblich beschäftigt er sich mit Alfred Douglas‘ Weiterleben nach Wildes Tod 1900.
https://www.diepresse.com/19472545/oscar-wilde-verbotene-liebe
Günther Haller, Die Presse, 15.03.2025
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