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ISBN: 978-3-85371-555-0 Kategorie: Politik und Ökonomie.Bruder, Klaus-Jürgen / Bruder-Bezzel, Almuth / Lemke, Benjamin / Stahmer-Weinandy, Conny (Hg.): Militarisierung der Gesellschaft.
Von der Glückssüchtigkeit zur Kriegsbereitschaft
Promedia 2025. 264 S.
€ 24,00. ISBN: 978-3-85371-555-0
Mit Beiträgen von Rudolph Bauer, Armin Bernhard, Eva Borst, Klaus-Jürgen Bruder, Sara El Bulbeisi, Christian Dewanger, Wolfgang Effenberger, Leo Ensel, Anneliese Fikentscher, Mark Galliker, Freerk Huisken, Connie Kunze, Karin Leukefeld, Michael Meyen, Andreas Neumann, Corinna Oesch, Tamil Orage, Ingrid Pfanzelt, Doris Pumphrey, Arnulf Rating, Christiane Reymann, Werner Rügemer, Michael Schneider, Walter Schumacher, Conny Stahmer-Weilandy, Laura von Wimmersperg und Daniel Weimer.
Cover von Rudolph Bauer
Krieg fand bis vor kurzem für die heute in deutschsprachigen Ländern lebende Bevölkerung außerhalb ihrer Lebensrealität statt. Allenfalls der NATO-Angriff auf Jugoslawien im März 1999, an dem sich auch deutsche Soldaten beteiligten, durchbrach die jahrzehntelang anhaltende Friedenszeit. Es bedurfte längst keiner oppositionellen Haltung mehr, um gegen Krieg zu sein; und die Friedensbewegung gerann zu einer eher ritualisierten und moralischen Verpflichtung.
Das hat sich mit den Aufrüstungsplänen in Brüssel und Berlin radikal geändert. „Kriegstüchtigkeit“ lautet das Gebot der Stunde. Mit der Unterstützung zweier schrecklicher Kriege durch Waffenlieferungen an die Ukraine und Israel hat sich Europa in den Kriegsmodus gestürzt. Hunderte von Milliarden Euro werden in den kommenden Jahren in die Rüstungsindustrie gepumpt, in der völlig irrigen Hoffnung, damit die seit der Corona-Politik darniederliegende Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.
Meinungsbildende Medien befeuern diesen Kriegstaumel. Durch die Verbreitung des Narrativs, EU-Europa bzw. Deutschland seien durch Russland bedroht, soll die Bevölkerung in einen großen Krieg gezwungen werden.
Der Band „Militarisierung der Gesellschaft“ veröffentlicht die Beiträge des Kongresses der „Neuen Gesellschaft für Psychologie“, der im April 2025 stattfand.
Die Herausgeberinnen
Die vier HerausgeberInnen sind Mitglieder der „Neuen Gesellschaft für Psychologie“, die 1991 in Berlin gegründet wurde. Sie setzt sich für eine humane Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens ein.
24,00 €
Bruder, Klaus-Jürgen / Bruder-Bezzel, Almuth / Lemke, Benjamin / Stahmer-Weinandy, Conny (Hg.): Militarisierung der Gesellschaft.
Von der Glückssüchtigkeit zur Kriegsbereitschaft
Promedia 2025. 264 S.
In welchem Tempo und Ausmaß in letzter Zeit die Militarisierung der bundesdeutschen Gesellschaft stattgefunden hat, belegt eindringlich der aktuelle Sammelband der „Neuen Gesellschaft für Psychologie“ (NGfP), der auf deren Kongress „Krieg und Frieden“ (2025) zurückgeht. Er zeigt, wie tief das Leitbild der „Kriegstüchtigkeit“ mittlerweile ins Massenbewusstsein, in Charakterstrukturen und in die Alltags-Agenda der Subjekte einer kapitalistischen Konkurrenzgesellschaft eingegangen ist; wobei natürlich, der Orientierung des Herausgeberkreises entsprechend, (tiefen-)psychologische Erklärungsansätze eine besondere Rolle spielen.
https://www.friedenskooperative.de/friedensforum/artikel/buchbesprechung-eine-bilanz-der-neuesten
Johannes Schillo, friedenskooperative.de, Jänner 2026
Sind die da oben denn alle verrückt geworden, mag man sich fragen angesichts der geradezu hysterischen Kriegspropaganda, die uns umgibt. Ein Überfall Russlands würde erwartet, also sei es mehr als gerechtfertigt, dass Deutschland Milliardenschulden aufnimmt. Hektische Aufrüstung, Kürzung von Sozialleistungen – doch Proteste dagegen sind immer noch zaghaft. Was geschieht mit uns? Dieser Frage ist die „Neue Gesellschaft für Psychologie“ in einem Kongress nachgegangen, zu dem es jetzt eine überaus interessante Buchveröffentlichung gibt: „Militarisierung der Gesellschaft. Von der Glückssüchtigkeit zur Kriegsbereitschaft“.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=143991
Irmtraud Gutschke, Nachdenkseiten, 01.01.2026
Wer der Kriegseuphorie etwas entgegensetzen will, findet hier Material für Gegenfragen, Gegenargumente – und für eine Debatte, die nicht im Schützengraben endet, sondern bei Demokratie, Sozialstaat und Menschenwürde beginnt.
Andreas H. Landl, friedensnews.at, 22.12.2025
Das Buch versteht sich klar als kritischer Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte, ohne dabei platt oder polemisch zu werden. Es fordert dazu auf, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur politisch, sondern auch im Denken, Sprechen und Handeln. Insgesamt ist „Militarisierung der Gesellschaft“ ein anspruchsvolles, wichtiges und sehr aktuelles Buch. Es richtet sich an alle, die verstehen wollen, wie sich gesellschaftliche Stimmungen verändern, wie Kriegsbereitschaft entstehen kann und warum kritische Wachsamkeit heute wichtiger denn je ist. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und lange im Kopf bleibt.
bibliomaniacs.de, 22.12.2025
Beim Lesen der Texte verblüfft, dass auf die Diskussionen der 70er und 80er Jahre über Militarismus (Berghahn, oder z.B. Dibble 1966 über die USA als Kasernengesellschaft, etc.) nicht zurückgegriffen wird.[1] Wissenschaftlich gesehen sind die Texte selten reflexiv (eine Ausnahme bildet z.B. Rudolph Bauer über Benjamin), politisch gesehen werben sie nicht um neue Gruppen für die Opposition gegen die gegenwärtige Hochrüstung – Doris Pumphrey attackiert die „>alte< Friedensbewegung“ [S.146 f.] scharf (alt in Häkchen); Christiane Reimann, die von sich selbst sagt, dass sie „aus der kommun-istischen Ecke“ [S.108] kommt, kritisiert die Partei die Linke. Da die Frage, woher der Anstieg der Kriegsfurcht kommt, als beantwortet betrachtet wird, scheint es eher ums Rechthaben zu gehen, als um psychoanalytische Forschung oder um Politik. Ein wichtiges Buch, das eine weitere Stimme gegen das Übermaß der aktuellen Hochrüstung zu Wort kommen lässt.
[1] Oder auf ein für meine Generation sehr erklärungskräftiges psychoanalytisches Werk zum Faschismus: Klaus Theweleit: Männerphantasien Bd.1-2, Frankfurt 1977 – 1978 (Verlag Roter Stern); geschweige denn auf Versuche, neuere Studien zur Rolle des Kriegs im System zusammen zu stellen, vgl. die Beiträge von Manuela Boatca, Jürgen Nagel, Tabea Buddeberg, Bernd Hausberger, Andreas Obenaus und mir in Welt-Trends 195 (Januar 2023) S. 17 – 45.
Hans Heinrich Nolte, Geschichte des Weltsystems, Rundbrief, 20.10.2025
Der Sammelband, verfasst von einem interdisziplinären Team, entschlüsselt das neue Postulat der „Kriegstüchtigkeit“ samt seiner Vorgeschichte als Einleitung eines Prozesses, der auf die massive Militarisierung der gesellschaftlichen Beziehungen hinausläuft. Im Blick sind die politischen Weichenstellungen und medialen Steuerungsprozesse mit ihren Folgen fürs Massenbewusstsein sowie, der psychoanalytischen Tradition des Herausgeberkreises folgend, fürs (kollektive) Unbewusste.
https://www.socialnet.de/rezensionen/33591.php
Johannes Schillo, socialnet.de, 11.09.2025
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