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ISBN: 978-3-85371-492-8 Kategorie: Frauenreisen.Schalek, Alice: Reportagen von den Rändern der Moderne.
Reiseberichte aus Afrika, Indien sowie Nord- und Südamerika in den 1920er- und 1930er Jahren
Promedia 2021. 296 S. 12,5 x 20,5. geb.
€ 27,00. ISBN: 978-3-85371-492-8
Herausgegeben von Gabriele Habinger
Mit einem Vorwort von Gabriele Habinger
Alice Schalek (1874–1956) stammte aus dem wohlhabenden jüdischen Bürgertum Wiens. Nachhaltige Berühmtheit erlangte sie, weil sie als erste und einzige weibliche Berichterstatterin während des Ersten Weltkriegs vom k.u.k. Kriegspressequartier akkreditiert wurde. Wegen ihrer kriegsverherrlichenden Berichte wurde sie von Karl Kraus sowohl in seiner Zeitschrift „Die Fackel“ als auch in dem berühmten Buch „Die letzten Tage der Menschheit“ heftig attackiert. Nach dem Krieg veränderte sich ihr politisches Weltbild und sie widmete sich in ihren Artikeln nunmehr verstärkt gesellschaftskritischen Themen und den Frauenrechten.
Vor allem war Schalek eine begeisterte Reisende, Reisejournalistin und Fotografin. 1925 besuchte Schalek Südamerika, 1928 folgte ihre zweite Indienreise, 1930 eine Reise in die USA, 1931 ging es nach Afrika. Sie bereiste in den 1920er Jahren aber auch das Mittelmeer und das damalige Jugoslawien und Mitte der 1930er Jahre den Nahen Osten. Der Band „Reportagen von den Rändern der Moderne“ versammelt Feuilletons und Reportagen von Alice Schalek, die in den 1920er- und 1930er Jahren in Zeitungen erschienen. Diese wurden noch nie in Buchform veröffentlicht, sondern sind heute mehr oder weniger vergessen.
Waren es anfangs eher „klassische Bildungsreisen“, die sie zum Teil im Rahmen einer organisierten Gruppenreise absolvierte und die vor allem touristischen Interessen folgten, sind ihre späteren Berichte durch eine gesellschaftskritische sowie politisch orientierte Perspektive geprägt.
Insbesondere die Frauen stehen während der Auslandsaufenthalte im Mittelpunkt des Interesses von Alice Schalek, sowohl die Lebensumstände der ansässigen weiblichen Bevölkerung als auch das Alltagsleben in den kolonialen Haushalten. Ein zentrales Moment ist dabei ihr Engagement für Frauenrechte, dem sie sich bereits vor dem Ersten Weltkrieg verschrieben hatte.
Die Autorin
Alice Schalek, geboren 1874 in Wien, wirkte als Journalistin, Fotografin und Autorin. Neben ihrer Tätigkeit als Reiseberichterstatterin schrieb sie Romane, Novellen und Erzählungen. 1939 wurde sie von den Nazis verhaftet. Während einer vorübergehenden Enthaftung gelang ihr Anfang August 1939 die Flucht in die USA, wo sie den Rest ihres Lebens verbrachte. Alice Schalek starb am 6. November 1956 in New York.
27,00 €
Schalek, Alice: Reportagen von den Rändern der Moderne.
Reiseberichte aus Afrika, Indien sowie Nord- und Südamerika in den 1920er- und 1930er Jahren
Promedia 2021. 296 S. 12,5 x 20,5. geb.
Die Kultur- und Sozialanthropologin Gabriele Habinger von der Universität Wien beleuchtet die Facetten der umstrittenen Journalistin nun in einem Buch.
Zudem enthält das Buch Schaleks Reportagen aus Afrika, Indien und Nord- und Südamerika aus den 1920er- und 1930er-Jahren. (…) Ihre Vorträge mit kolorierten Lichtbildern füllten die Säle in Wien. Begehrt waren etwa ihre Schilderungen aus Neuguinea, Samoa und Hawaii.
Johanna Kreid, Kurier, 03.03.2025
Das Interesse für Reiseautorinnen ist in den letzten Jahren anhaltend groß geblieben, wofür nicht zuletzt die bei ProMedia in Wien erscheinende Reihe „Frauenfahrten“ zeugt. In dieser Reihe sind nun Zeitungstexte der österreichischen Autorin Alice Schalek (1874–1956) erschienen, in denen sie aus Süd- und Nordamerika, Indien und Afrika berichtet. Anders als bei anderen Bänden auch dieser Reihe gehen Schaleks Reportagen von den Rändern der Moderne nicht auf eine historische Sammlung zurück. Es werden stattdessen Texte aufgenommen, die bislang nur in den Zeitungsausgaben vorlagen, in denen sie zuerst erschienen. Herausgegeben werden Schaleks Reportagen von der Anthropologin Gabriele Habinger.
https://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=31038
Walter Delabar, literarturkritik.de, 06.01.2025
Sie war eine der ersten Feuilletonistinnen der „Neuen Freien Presse“ und schrieb neben ihren journalistischen Berichten Romane und Novellen. Mit ihrem Fotoapparat bereiste Alice Schalek Skandinavien, Nordafrika, Indien, Ostasien sowie Australien und Neuseeland und gelangte von Samuar und Neuguinea bis nach hawaii und Kalifornien.
Die Presse, 28.12.2024
Typisch war dabei, dass Alice Schalek vor nichts zurückschreckte – weder vor strapaziösen, physisch bis in den Grenzbereich vordringenden Abenteuern noch vor „großen Tieren“ wie etwa Mahatma Ghandi, dem sie durchaus unbequeme Fragen stellte. Für diese außergewöhnliche Kühnheit sind die hier vorgestellten reiseberichte aus Afrika, Indien sowie Nord- und Südamerika – geschrieben in den Zwanziger- und Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts – ein eindrucksvoller Beweis.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2023
Kaum zu glauben – aber das stammt tatsächlich von Alice Schalek, von der Schalek, die man aus Karl Kraus‘ „Die letzten Tage der Menschheit“ zu kennen glaubt. Auch hier wird man sich von einem Klischee verabschieden müssen: Als „Grande Dame der gehobenen Wiener Gesellschaft und des Reisefeuilletons“ (S. XXVI) war sie eine zwiespältige, in mancher Hinsicht aber überraschend weltoffene und engagierte Persönlichkeit, wie Herausgeberin Gabriele Habinger in ihrem klugen und lesenswerten Vorwort verdeutlicht.
Walter Sauer, Indaba – Magazin für das südliche Afrika, 10.10.2022
Alice Schalek nimmt uns in ihren Reportagen mit auf Reisen nach Brasilien, Chile und Peru, ein paar Jahre später nach Indien, Ost- und Südafrika und die USA. Wir reisen aber auch in die 1920er und 1930er Jahre. In Südamerika verfolgen wir Schicksale europäischer Auswander:innen, viele davon gescheiterte Existenzen. Aus Indien, kaum 10 Jahre später, wird auch vom Kampf um die Unabhängigkeit berichtet, so interviewt Schalek Persönlichkeiten wie Gandhi und Tagore. Ihre Berichte sind differenziert und offen und durchaus von Sympathie für die Unabhängigkeitsbestrebungen getragen.
Wanda Grünwald, Weiberdiwan, August 2022
So wie Egon Erwin Kisch sich als«rasender Reporter» in die Literaturgeschichte einschrieb, könnte Alice Schalek (1874 – 1856) als «rasende Reisende» und Reporte – rin gesehen werden. Zwischen 1900 und den 1930er Jahren war die Wienerin auf allen Kontinenten unterwegs, schrieb über das Gesehene, Elebte und zahlreiche Begegnungen. Sie veröffentlichte u. a. in der Neuen Freien Presse, schrieb Reisebücher und Romane, hielt Radio- und Lichtbildvorträge. Der Nachwelt ist «die Schalek» als chauvinistische Kriegsberichterstatterin, der Karl Kraus in Die letzten Tage der Menschheit ein unrühmliches Andenken schuf, in Erinnerung. Als Reise journalistin war sie allerdings sehr offen für andere Kulturen und Menschen.
Augustin, 17.06.2022
Es ist der Herausgeberin und dem Verlag, der in der Reihe „Frauenfahrten“ auch schon Publikationen von und über Ida Pfeiffer, Gertrude Bell, Isabella Bird, Lilli Körber und Clärenore Stinnes herausgebracht hat, für diesen Band sehr zu danken, denn die Lektüre schenkt viel Kurioses, Originelles und auch Spannendes, lässt Zeitgeschichte und Vergangenheit lebendig werden und erkennen, dass sie so vergangen gar nicht sind, und zollt einer bemerkenswerten, umstrittenen und zugleich höchst renommierten Persönlicheit Tribut.
Gabriele Kögel, Literatur und Kritik, Juni 2022
Das Buch – wie insgesamt die Reihe „Frauenfahrten“, in der es erschienen ist – legt Zeugnis ab von Leben und Werk einer interessanten Frau, die ihre Gaben selbstbestimmt nutzt. Leseempfehlung!
https://notizhefte.com/2022/04/02/die-weltreisende-alice-schalek/
Norman Weiß, notizhefte.com, 02.04.2022
Die Herausgeberin der vorliegenden Sammlung hatte die Wahl unter Dutzenden von ungesammelten Artikeln, die vor allem in der „Neuen Freien Presse“, aber auch in anderen Wiener Zeitungen und Zeitschriften erschienen sind. Ausgewählt wurden vier Textreihen aus den Jahren 1925 bis 1935, in denen Aufenthalte in Südamerika, Indien, Afrika und den Vereinigten Staaten aus recht unterschiedlichen Perspektiven geschildert werden.
Leo Lensing, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.2021
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