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ISBN: 978-3-85371-134-7 Kategorie: Österreich.Svoboda, Wilhelm: Sandkastenspiele.
Eine Geschichte linker Radikalität in den 70er Jahren
Promedia 1998. 224 S. 21 x 14. brosch.
€ 19,90. ISBN: 978-3-85371-134-7
Was wurde aus...? Was wurde - 30 Jahre danach - aus den "Kämpfern" der 68er Bewegung? Viele der damals ungeduldigen Frauen und Männer haben eine beachtliche Karriere gemacht, sie leiten heute Zeitungsredaktionen, geben in TV-Anstalten ihr bestes oder halten Managerposten in der Privatwirtschaft. Auch manch biederer Ministerialbeamte des ausklingenden Jahrhunderts hat in seiner Jugend radikale politische Pamphlete verfasst. Dem biografischen wie auch dem gesellschaftlichen Wandel, der mit den Revolutionären von einst und in Österreich selbst von statten gegangen ist, geht Wilhelm Svoboda in seinem Buch "Sandkastenspiele" nach. Manch überraschende Einsicht in die Wendefähigkeit des Individuums auf der einen und die Integrationsfähigkeit der Gesellschaft auf der anderen Seite ist dabei vorprogrammiert.
Mit dem Jahr 1970 wurden den Trägern der eher antiautoritären, emanzipatorischen Studentenbewegung ihre politischen und sozialen Schranken bewusst. Die 68er-Bewegung hatte sich im wesentlichen auf Studentinnen und marginale Gruppen anderer Jugendlicher gestützt; viele der "Revolutionäre" wollten mehr. Auf der Suche nach einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive wandte sich ein Teil der 68er-Aktivistinnen (wieder) den etablierten Parteien zu, vor allem der SPÖ, die sich unter Bruno Kreisky anschickte, eine Reformperiode der österreichischen Nachkriegsgeschichte zu eröffnen. Ein anderer Teil entschied sich für eine radikalere Option: sie entdeckten ihre revolutionär-oppositionelle Identität in verschiedenen linkskommunistischen Traditionen, die durch den historischen Bruch von 1934-1945, den Wiederaufbau mit seinem sozialpartnerschaftlichen Nachkriegskonsens, aber auch den Kalten Krieg lange Zeit verschüttet gewesen waren. Es waren hauptsächlich zwei Traditionsstränge, die aufgegriffen wurden: der orthodoxe stalinistische mit Anleihen bei der KP Chinas ("Marxismus-Leninismus") und der trotzkistische ("revolutionärer Marxismus"). Beide führten zu Organisationsgründungen: im ML-Bereich entstanden eine Reihe von lokalen "Kommumstischen Bünden", die sich 1976 zum KBÖ (Kommunistischer Bund Österreichs) zusammenschlossen. Bei den Trotzkisten wurde die GRM (Gruppe Revolutionäre Marxisten) bald zur stärksten Kraft. Die Aneignung der jeweiligen Traditionen erfolgte in einer rein literarischen, abstrakten Form. Alte Theoreme und Ideologieelemente wurden unverändert den Verhältnissen der 70er Jahre übergestülpt. Eine studentische Opposition schlüpfte also in die Kostüme historischer Strömungen der Arbeiterbewegung und trug die tragischen Auseinandersetzungen der 20er- und 30er Jahre im Hörsaal I des Neuen Institutsgebäudes der Wiener Universität als Farce aus. Wilhelm Svoboda durchleuchtet diese "Kaderschmieden" der jüngsten Zeitgeschichte.
Der Autor
Wilhelm Svoboda, geboren 1953 in Wien, studierte Politikwissenschaft und Völkerkunde. Er arbeitet im Wiener Stadt- und Landesarchiv, wo er für die Bereiche Parteien, Verbände und Initiativgruppen zuständig ist. Im Promedia-Verlag erschien von ihm zuletzt: Franz Olah. Eine Spurensuche (1990).
19,90 €
Svoboda, Wilhelm: Sandkastenspiele.
Eine Geschichte linker Radikalität in den 70er Jahren
Promedia 1998. 224 S. 21 x 14. brosch.
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