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ISBN: 978-3-85371-552-9. Kategorie: Edition Makroskop.Mitchell, William / Fazi, Thomas: Wie wir den Staat zurückgewinnen.
Souveränität in einer Welt nach dem Neoliberalismus
Promedia 2025. 248 S. 17 x 24. brosch.
Print: € 25,00. ISBN: 978-3-85371-552-9.
E-Book: € 19,99. ISBN: 978-3-85371-935-0.
Aus dem Englischen übersetzt von Ulrike Simon.
Gemeinhin gilt die Annahme, souveräne Staaten seien gegenüber einer globalisierten Welt der Finanzmärkte machtlos und damit obsolet geworden. Diese Sichtweise ist weit verbreitet, aber falsch, meinen Thomas Fazi und William Mitchell. Denn der vermeintliche Bedeutungsverlust der Staaten resultiert nicht aus der naturgegebenen Logik des kapitalistischen Globalisierungsprozesses, sondern aus politischen Entscheidungen, die von den Staaten selbst getroffen wurden.
Der erste Teil des Buches analysiert die komplexen Faktoren, die zur Aufgabe einer keynesianisch geprägten Nachkriegsordnung und dem Übergang zum Neoliberalismus führten. Am neoliberalen Umbau und seiner ideologischen Legitimierung waren sozialdemokratische Regierungen maßgeblich beteiligt, sodass sich ihre Kernklientel vorwiegend rechtspopulistischen Parteien zuwandte.
Um die Kontrolle über ihre Lebensumstände wiederzuerlangen, müssen die Bürger den Staat zurückfordern. So entwerfen die Autoren eine radikale Alternative zu rechtspopulistischen Vorstellungen: Nicht weniger Staat, sondern mehr Staat unter demokratischer Kontrolle ist die Lösung. Es geht nicht um einen ethnisch oder national definierten Staat, sondern um einen Staat, der im Dienst seiner BürgerInnen steht – der Schutz gewährt und gleichzeitig weltoffen ist, der demokratische Teilhabe, kollektive Güter und egalitäre Traditionen fördert. Dies wäre zugleich die Voraussetzung für den Aufbau einer neuen internationalen Ordnung, die auf einer Kooperation von voneinander abhängigen, aber souveränen Staaten beruht.
Wer auf der Suche nach einer wirtschaftspolitischen Alternative ist, die die Interessen der Mehrheit über die der Finanzmärkte stellt, wird hier fündig.
Die Autoren
Thomas Fazi, geboren 1982 in London, lebt in Italien und arbeitet dort als Publizist, Journalist und Filmemacher. Im Promedia Verlag verfasste er einen Beitrag für das Buch „Kriegsfolgen. Wie der Kampf um die Ukraine die Welt verändert“ (2023).
William Mitchell, geboren 1952, ist Inhaber des Lehrstuhls für Ökonomie des Forschungszentrums „Centre of Full Employment“ der Universität in Newcastle, Australien. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die monetäre Makroökonomie, Arbeitsmarktstudien und ökonometrische Modellierungen.
25,00 € / 19,99 €
Mitchell, William / Fazi, Thomas: Wie wir den Staat zurückgewinnen.
Souveränität in einer Welt nach dem Neoliberalismus
Promedia 2025. 248 S. 17 x 24. brosch.
Fazi und Williams wollen also zurück zum Staat, und zwar zu einem Staat in der Hand der Mehrheit. Das klingt zwar auf den ersten Blick attraktiv, gerade angesichts der totalitären Tendenzen der supranationalen Institutionen. Allerdings verschließen die beiden Autoren die Augen vor dem Wesen des bürgerlichen Staates und hängen zudem einer wirtschaftspolitischen Ideologie an, die ebenfalls zu hinterfragen ist. (…) Schließlich fehlt es bei Fazi und Mitchell fast völlig an Staatskritik. Wer den Staat immer noch als Instrument versteht, das es nur zu übernehmen gilt, um darauf zu spielen, hat die Staatskritik der vergangenen mehr als 100 Jahre ebenso übersehen wie die Praxis bei der Übernahme der Staatsmacht, ob nun durch Sozialdemokraten oder Kommunisten.
Helge Buttkereit, Hintergrund, 12.03.2026
Wer auf der Suche nach einer wirtschaftspolitischen Alternative ist, die die Interessen der Mehrheit über die der Finanzmärkte stellt, wird hier fündig.
Klipp, 18.11.2025
Den neoliberalen Forderungen nach weniger Staat gilt es die nach mehr Staat entgegenzusetzen. Die rückgängigen Auffassungen, dass souveräne Staaten eher den Finanzmärkten ausgesetzt und von ihnen abhängig sind, bedürfen in der globalen Entwicklung einer Korrektur: „Der Bedeutungsverlust der Staaten ist kein Naturgesetz der Globalisierung, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen“. Die dominante Welt(wirtschafts-)Ordnung mit dem Dollar, der macht-, marktpolitischen, industriellen und ökonomischen Übermacht der USA, steht in Frage.
https://www.socialnet.de/rezensionen/33565.php
Jos Schnurer, socialnet.de, 29.09.2025
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