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ISBN: 978-3-85371-508-6 Kategorie: Frauenreisen.Habinger, Gabriele: Eine Wiener Biedermeierdame erobert die Welt.
Die Lebensgeschichte der Ida Pfeiffer (1797–1858)
Promedia 2022. 208 S. 12,5 x 20,5. gebunden, bebildert
€ 27,00. ISBN: 978-3-85371-508-6
Ida Pfeiffer war bereits 44 Jahre alt, als sie ihre Familie verließ und zu ihrer ersten großen Reise aufbrach, die sie ins Heilige Land und nach Ägypten führte. Die restlichen 16 Jahre ihres Lebens widmete sich die abenteuerlustige Biedermeierdame einzig und allein dem Reisen. Zwei große Weltreisen dauerten jeweils mehrere Jahre. Die Aufenthalte im heimatlichen Wien wurden immer kürzer und waren vor allem mit Vorbereitungen für das nächste Abenteuer und dem Veröffentlichen ihrer Erinnerungen ausgefüllt. Die zu ihrer Zeit gefeierte Schriftstellerin förderte in ihren umfangreichen Publikationen Erkenntnisse über Menschen und Regionen der entlegensten Winkel der Erde zu Tage, wobei es ihr als weibliche Besucherin möglich war, auch die Welt der Frauen in den unterschiedlichen Kulturen kennenzulernen.
Gabriele Habinger zeichnet eine facettenreiche Biografie dieser faszinierenden, zuweilen widersprüchlichen altösterreichischen Weltreisenden. Dabei kommt auch die Reiseschriftstellerin selbst immer wieder zu Wort. Historische Dokumente, Autografen und Bilder illustrieren das Buch. Anschaulich treten die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Möglichkeiten und Grenzen weiblichen Lebens des gehobenen Wiener Bürgertums zur Mitte des 19. Jahrhunderts zutage. Ebenso lernen die LeserInnen die Weltsicht einer Frau dieser Epoche kennen, wie sie die Fremde, aber auch sich selbst sah und mit welcher Selbstverständlichkeit und Durchsetzungskraft sie sich ihren Weg auf Reisen bahnte.
Ida Pfeiffer, geboren 1797 in Wien, starb 61-jährig im Oktober 1858 an den Folgen der Malariakrankheit, die sie sich auf ihren Reisen zugezogen hatte.
Die Autorin
Gabriele Habinger, geboren 1961 in St. Pölten, Lektorin am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie in Wien. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit der Geschichte reisender Frauen. Im Promedia-Verlag betreut sie die „Edition Frauenfahrten“ und hat in diesem Zusammenhang Ida Pfeiffers Reiseberichte bearbeitet und neu herausgegeben.
27,00 €
Habinger, Gabriele: Eine Wiener Biedermeierdame erobert die Welt.
Die Lebensgeschichte der Ida Pfeiffer (1797–1858)
Promedia 2022. 208 S. 12,5 x 20,5. gebunden, bebildert
Ida Pfeiffer gehörte zu den ersten weltreisenden Frauen. Die Sozialwissenschaftlerin Gabriele Habinger hat ihre ambivalente Lebensgeschichte erforscht und aufgeschrieben.
https://www.diepresse.com/6237994/ich-schildere-alles-wie-ich-es-finde-ungeschmueckt-aber-wahr
Cornelia Grobner, Die Presse, 14.01.2023
Erst als die Kinder aus dem Haus waren, fand die Wienerin zu ihrer wahren Bestimmung: Sie wurde eine der bekanntesten Abenteurerinnen des 19. Jahrhunderts – und reiste sogar zu den sagenumwitterten Kannibalen.
Irene Helmes, Tagesanzeiger, 21.01.2023
Wer als Frau in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von unstillbarer Neugier und Reiselust befallen war, hatte außer mit den allgemein schwierigen Reisebedingungen vor allem mit gesellschaftlichen Konventionen und Machtstrukturen zu kämpfen. So war Ida Pfeiffer bereits 44 Jahre alt und hatte zwei Söhne, als sie allein (!) zu ihrer ersten großen Reise – nach Jerusalem und Ägypten aufbrach. Zum Höhepunkt wurden später zwei Weltreisen, die jeweils mehrere Jahre dauerten.
Adi Mokrejs, Österreichische Alpenzeitung, Juli 2024
Ob Muschel, Kühlschrankmagnet oder Postkarte: Für das Erstehen eines Reisemitbringsels reicht heute der Besuch eines Souveniershops. Im 19. Jahrhundert war das beschwerlicher: „Ich war fünf Tage allein in einem Urwald, nur mit wenigen Eingeboreren“, schrieb Ida Pfeiffer über ihren Aufenthalt in Singapur 1851. Wobei sie auf der Suche nach Objekten war, die nicht jeder Reisende im Gepäck haben möchte: Die Ausbeute an „Insekten fiel mager aus: Obwohl wir viele faule Baumstämme und dürres Lauf untersuchten.“ Zumindest eine ungeheuer große weiße Raupe fand sie.
Johanna Kreid, Kurier, 06.01.2024
Reisen war damals selbst in Europa eine mühevolle Angelegenheit. Dass sich eine bürgerliche Frau aus der Wiener Vorstadt auf ausgedehnte Fahrten begab, war äußerst ungewöhnlich. (Ausgabe 571/2023)
Jenny Legenstein, Augustin, März 2023
Die Autorin studierte Völkerkunde und Pubizistik und beschäftigte sich schon in ihrer Disseration mit reisenden Europäerinnen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Zum 225. Geburtstag Ida Pfeiffers hat sie eine erneuerte Biografie dieser vorgelegt, in der Ida Pfeiffer über weite Strecken selbst zu Wort kommt. Die 25 Jahre zuvor erschienene wurde umfangreich erweitert, so dass sie auch für KennerInnen der ersteren sicher viel Neues bietet.
Linkes Blatt für Halle, März 2023
Das heißt, dass Ida Pfeiffer lernen musste, einen Teil ihrer Persönlichkeit zu verstecken, vor allem ihre Selbständigkeit, Zielstrebigkeit und Willensstärke. Und es erklärt vielleicht die Ruhelosigkeit, mit der sie dem konventionellen Wiener Gesellschaftsleben entfloh und sich immer wieder in strapaziöse Abenteuer in Dschungel und Wüste stürzte. Gabriele Habingers kompakte Biographie ist mit vielen Zitaten Ida Pfeiffers gespickt und macht sehr neugierig, die Reiseberichte dieser außergewöhnlichen Frau zu lesen.
Ruth Asseyer, kultur-port.de, 14.02.2023
Es ist der Kultur- und Sozialanthropologin Gabriele Habinger gelungen, eine gleichermaßen fundierte wie spannende und unterhaltsame Biographie zu schreiben. Gabriele Habinger lässt Ida Pfeiffer in ausführlichen Zitaten zu Wort kommen, sodass man ihre Abenteuer hautnah miterlebt, bringt Dokumente zum Sprechen und zeichnet so nicht nur das Bild einer außergewöhnlichen Frau, sondern einer Epoche, weit über die Welt des Wiener Bürgertums um Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus. https://austria-forum.org/af/Kunst_und_Kultur/B%C3%BCcher/B%C3%BCcher_%C3%BCber_%C3%96sterreich_2023/Habinger_-_Ida_Pfeiffer
Austria-Forum, 24.01.2023
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