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ISBN: 978-3-85371-509-3 Kategorie: Österreich.Wimmler, Karl: Kein Spiel.
Als österreichischer Linker in den 1970er-Jahren
Promedia 2022. 176 S. 14,8 x 21. brosch.
€ 22,00. ISBN: 978-3-85371-509-3
Die „68er“ und ihre Ausläufer werden oft verklärend dargestellt. Karl Wimmler versucht hingegen, durch seinen Blick wichtige Parameter der politischen Linken in den 1970er-Jahren begreiflich zu machen und in die Gegenwart zu holen. Dabei lässt er auch kulturelle Phänomene nicht außer Acht. Er tut dies ausgehend von seiner Kindheit in einer alpinen österreichischen Gemeinde, die trotz ihrer Funktion als Bezirkshauptstadt einen dörflichen Charakter ausstrahlt, was nicht untypisch für viele Teile des Landes ist. Politisch ist dafür ein weitgehend bruchloser Übergang vom Nazismus in die Zweite Republik kennzeichnend.
Seine Aufenthalte in der BRD erlauben dem Autor, interessante Parallelen, aber auch so manche Unterschiede zwischen der deutschen und der österreichischen Entwicklung darzustellen.
Selbstkritisch beleuchtet Karl Wimmler das Verhältnis zu „Revolution“, „Partei“ und linker Vergötzung der Lohnarbeit. Diese Kritik erlaubt ihm, die Niederlage der Linken Ende der 1970er-Jahre in Bezug zum aufkeimenden deutschen Nationalismus im Zuge der „Wiedervereinigung“ im Jahr 1990 zu setzen. Auch die reflexartige Serbenfeindlichkeit, wie sie während des jugoslawischen Zerfallsprozesses in den 1990er-Jahren vor allem in Deutschland und Österreich – und hier von bürgerlich bis grün – zum Ausdruck kam, wurzelt letztlich in der Niederlage der Linken zehn Jahre zuvor.
Der Titel „Kein Spiel“ bezieht sich auf einen im letzten Abschnitt des Buches thematisierten Hinweis von Walter Benjamin, der sich zum bekanntesten österreichischen Außenminister aus Monarchie-Zeiten, Klemens Wenzel Lothar von Metternich, äußert, dieser habe „das Leben am liebsten mit dem Spiel verglichen“. Auf Karl Wimmler und seine politische Biografie trifft dies ebenso wenig zu wie auf viele seiner MitstreiterInnen.
Der Autor
Karl Wimmler, Jahrgang 1953, aufgewachsen in Liezen, Steiermark, studierte Germanistik und Geschichte und war in den 1970er-Jahren in linken Organisationen tätig. Er lebt in Graz als freier Autor und Mitarbeiter von CLIO, Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit.
22,00 €
Wimmler, Karl: Kein Spiel.
Als österreichischer Linker in den 1970er-Jahren
Promedia 2022. 176 S. 14,8 x 21. brosch.
Eine kontextualisierte Darstellung der radikalen Linken in den »langen« 1970er Jahren in Österreich liegt bis heute nicht vor. Ein Grund dafür ist, dass die Erforschung sozialer Bewegungen vergleichsweise unterentwickelt ist. Umso erfreulicher ist es, dass nun die Erinnerungen eines der Akteure dieses Jahrzehnts verlegt wurden.
https://www.jungewelt.de/artikel/448145.linke-geschichte-ironisch-geklatscht.html
Dieter Reinisch, Junge Welt, 03.04.2023
Die Zeit, in der nicht wenige die Revolution vor der Haustüre sahen, ist noch nicht so lange her und scheint doch aus einem anderen Jahrhundert zu sein. Auch diese Diskrepanz macht das Buch deutlich.
(Ausgabe Dezember 2022)
Robert Streibel, Mitteilungen der Alfred Klahr-Gesellschaft, Dezember 2022
… das Buch ist anregend zu lesen, weil es die geschichtlichen Ereignisse von einem klaren Standpunkt aus betrachtet und beschreibt. Alles wird wider den Strich und vor allem: wider die öffentliche und veröffentlichte Meinung gebürstet. Dies passiert mit einer emotionalen Grundhaltung, der die Wut anzumerken ist, eine Wut, die einem aus fast jedem Satz entgegenspringt. Es scheint so, dass dies dem Autor selbst aufgefallen sein muss, und so zitiert er gegen Ende des Buches quasi als Erklärung den Beginn von Homers „Ilias“, wo es heißt: „Singe den Zorn!“.
Robert Streibel, Literarisches Österreich, Oktober 2023
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